Hepatitis B und C
FAQ für Hepatitis C
FAQ für Hepatitis C
Wie häufig kommt die chronische Hepatitis C vor?
Weltweit leben nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation rund 47 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis C. In Deutschland liegt die Rate deutlich niedriger; aktuelle Zahlen veröffentlicht das Robert Koch-Institut.
Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da die Erkrankung langsam verläuft und die Mehrzahl der Infizierten nur geringe Symptome hat und deshalb nichts von der Infektion merkt. Aus diesem Grund kommt es häufig zu einer unwissentlichen Übertragung.
Zu beachten ist auch, dass ca. 10-15% aller HIV-Positiven in Deutschland auch mit Hepatitis C infiziert sind und die überwiegende Mehrzahl von sexuell übertragener Hepatitis C Menschen mit HIV-Infektion betrifft.
Wie wird das Hepatitis C Virus übertragen?
Oftmals ist der Infektionsweg im Nachhinein nicht mehr nachzuvollziehen. Die betroffenen Menschen können sich nicht mehr erinnern, wann sie sich infiziert haben, da in den meisten Fällen die Infektion nur geringe grippeähnliche Symptome macht.
Generell gilt aber, dass das Hepatitis C Virus durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut übertragen wird, vor allem beim i.v. Drogengebrauch durch gemeinsame Benutzung von Spritzen und Nadeln, aber auch beim nasalen Drogengebrauch durch gemeinsame Verwendung von Aspirationsröhrchen.
Auch durch Benutzen unsteriler Instrumente beim Tätowieren oder Piercing, sowie der gemeinsamen Gebrauch von Zahnbürsten, Rasierapparat oder Nagelscheren kann zur Übertragung des Hepatitis C Virus führen.
Die Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist eher selten, das Risiko ist aber erhöht, wenn Erkrankungen oder Verletzungen im Geschlechtsbereich vorliegen, sowie bei Sexualpraktiken die ein höheres Risiko von Schleimhautverletzungen beinhalten, wie der ungeschützte Analverkehr. Auch der Geschlechtsverkehr während der Menstruationsblutung hat ein höheres Infektionsrisiko.
Das Übertragungsrisiko kann durch den Gebrauch von Kondomen reduziert werden!
Eine Übertragung des Hepatitis C Virus über Speichel und intakte Haut ist bisher nicht bekannt, d.h. das Virus kann nicht durch eine einfache Umarmung oder einen Kuss übertragen werden. Auch eine Übertragung durch Besteck, Gläser und anderes Essgeschirr ist nicht möglich, solange keine Verunreinigungen mit Blut vorliegen.
Wie groß ist das Risiko einer Infektion nach einer Nadelstichverletzung?
Das Risiko für eine Übertragung einer Hepatitis C Virusinfektion nach einer Nadelstichverletzung liegt bei etwa 3-10%. Dabei spielt zum einen die Viruskonzentration eine Rolle, zum anderen der Nadeltyp, also ob es sich um eine Nähnadel oder eine blutgefüllte Hohlnadel gehandelt hat. Nach einer möglichen Infektion gibt es keine Postexpositionsprophylaxe, d.h. „keine Pille für danach“.
Wie lange ist das Hepatitis C Virus außerhalb des Organismus überlebensfähig?
Experten gehen davon aus, dass Hepatitis C Viren je nach den äußeren Bedingungen wenige Stunden bis maximal eine Woche infektiös bleiben. Wichtig zu wissen ist, dass man sich auch mit eingetrocknetem infiziertem Blut anstecken kann.
Ist eine Hepatitis C Virusinfektion meldepflichtig?
Nach dem Infektionsschutzgesetz ist eine akute Hepatitis-C-Infektion durch den feststellenden Arzt namentlich an das Gesundheitsamt zu melden.
Wie wird eine Hepatitis C Virusinfektion festgestellt?
Als Suchtest sollte zunächst der Hepatitis C- Antikörpertest durchgeführt werden. Die Antikörper werden etwa 7-9 Wochen (in seltenen Fällen bis zu 30 Wochen) nach einer Infektion im Blut nachweisbar. Sind Hepatitis C Antikörper nachgewiesen, bedeutet dies, dass der Mensch mit dem Hepatitis C Virus infiziert wurde.
In einem weiteren Schritt muss man nun das Virus selbst mittels eines PCR –Testes nachweisen, um sagen zu können, ob das Virus sich im Körper festgesetzt hat und der betroffene Mensch somit akut oder chronisch infiziert ist.
Daneben werden im Blut unter anderem auch die Leberwerte bestimmt, sowie der Virustyp, was für die Behandlung wichtig ist.
Wer sollte sich auf Hepatitis C-Antikörper testen lassen?
Zum einen Menschen, deren Leberwerte erhöht sind oder die Zeichen einer Hepatitis zeigen.
Da die Erkrankung jedoch sehr häufig ohne wesentliche Symptome verläuft und die Diagnose erst gestellt wird, wenn bereits eine Leberzirrhose vorliegt, ist es ratsam sich bei bestimmten Risiken testen zu lassen, wie: Drogenkonsumenten, Insassen von Justizvollzugsanstalten, bekannte Hepatitis B oder HIV Infektionen, Sexualpartner von Hepatitis C Infizierten, bei häufig wechselnden Sexualpartnern, medizinisches Personal, Menschen aus Regionen mit erhöhter Hepatitis C-Infektionsrate.
Welche Symptome treten bei einer akuten Hepatitis C auf?
Eine akute Hepatitis C wird nur selten diagnostiziert, da meist nur unspezifische Krankheitszeichen vorliegen. Etwa 2-12 Wochen nach der Ansteckung kann es zu „grippeähnlichen“ Symptomen kommen, wie: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gelenk- und Muskelbeschwerden, Druck- und Spannungsgefühl im rechten Oberbauch.
Bei einigen Betroffenen kann es auch zur Gelbsucht kommen, mit Gelbfärbung der Haut und Augen, Dunkelfärbung des Urins und Hellfärbung des Stuhls. Nach kurzer Zeit verschwinden diese Symptome wieder. Die Leberwerte im Blut sind erhöht.
Etwa 30 % der Infektionen heilen innerhalb von sechs Monaten von selbst aus. Bei den übrigen rund 70 % geht die Infektion in einen chronischen Verlauf über, wenn sie nicht behandelt wird.
Welche Symptome treten bei einer chronischen Hepatitis C auf?
Ist das Virus noch sechs Monate nach der Infektion nachweisbar, spricht man von einer chronischen Hepatitis. Die Patienten klagen über Müdigkeit, Leistungsminderung, Niedergeschlagenheit, Muskel –und Gelenkschmerzen, Depressionen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.
Durch die ständige Vermehrung des Hepatitis C Virus kommt es zu einer Dauerinfektion der gesamten Leber und im weiteren Verlauf besteht ein großes Risiko, dass sich hieraus eine Leberzirrhose (Schrumpfung der Leber mit Funktionsausfall) und ein Leberzellkarzinom entwickeln. Leberzirrhose und Leberkrebs sind lebensgefährliche Erkrankungen, die bis zum Leberversagen führen können und die Lebertransplantation als einziger Ausweg bleibt.
Wann sollte mit der Therapie begonnen werden?
Ein Teil der akuten Infektionen heilt in den ersten sechs Monaten von selbst aus. Ob und wann behandelt wird, entscheidet deshalb die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anhand des Verlaufs und der Viruslast. Bleibt das Virus nachweisbar, wird behandelt, um einen chronischen Verlauf und die Spätfolgen an der Leber zu verhindern.
Wie wird eine Hepatitis C heute behandelt?
Mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten (DAA) als Tabletten. Die Behandlung dauert je nach Wirkstoff und Vorbefund in der Regel einige Wochen bis wenige Monate und heilt die Infektion in über 95 % der Fälle aus.
Ältere Angaben zu monatelangen Behandlungen mit Interferon-Spritzen sind überholt: Seit 2013/2014 stehen interferonfreie Therapien zur Verfügung, die deutlich kürzer, wirksamer und verträglicher sind. Wenn Sie solche Angaben noch irgendwo lesen, beschreiben sie nicht mehr den heutigen Behandlungsstandard.
Gibt es eine Impfung gegen Hepatitis C?
Nein. Gegen Hepatitis A und Hepatitis B gibt es Schutzimpfungen, gegen Hepatitis C bislang nicht. Schutz besteht deshalb nur darin, Blutkontakte zu vermeiden.
Eine Therapie gehört immer in die Hand einer Fachärztin oder eines Facharztes. Wo Sie Anlaufstellen finden, steht unter Beratungsstellen.
Quellen
- Hepatitis C – Fachinformationen und RKI-RatgeberRobert Koch-Institut
- Hepatitis C – Fact SheetWorld Health Organization
- Informationen zu HIV, Schutz und Leben mit HIVDeutsche Aidshilfe
Diese Seite gibt den dort dargestellten Kenntnisstand allgemeinverständlich wieder. Verbindlich ist im Einzelfall immer die ärztliche Einschätzung. Wie wir arbeiten, steht unter Quellen und Arbeitsweise.
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